Backlink-Analyse: Ihr Linkprofil prüfen und pflegen
Illustration: KI-generiert
Backlinks sammeln sich über die Jahre an, doch nur die wenigsten werfen später noch einen Blick darauf. Genau das ist ein Fehler. Denn ein Linkprofil verändert sich ständig: Seiten verschwinden, neue Links kommen hinzu, und manchmal tauchen Verweise auf, die Sie gar nicht wollten. Eine regelmäßige Backlink-Analyse zeigt Ihnen, wie gesund Ihr Profil wirklich ist und wo Sie nachbessern sollten. Wie Sie dabei vorgehen und worauf es ankommt, erfahren Sie hier.
Was eine Backlink-Analyse leistet
Bei einer Backlink-Analyse verschaffen Sie sich einen Überblick über alle Websites, die auf Ihre Seite verweisen. Maßgeblich ist dabei die Qualität der Quellen, weniger ihre Anzahl. Ein gutes Analyse-Werkzeug, für einen ersten Überblick etwa die Browser-Erweiterung SEOquake, zeigt Ihnen, von welchen Referring Domains Ihre Links stammen, wie vertrauenswürdig diese Seiten sind und mit welchen Ankertexten verlinkt wird. So erkennen Sie auf einen Blick, ob Ihr Profil auf starken, thematisch passenden Quellen ruht oder ob es Schieflagen gibt. Besonders aussagekräftig sind dabei vier Werte:
- Relevanz: Passt die verweisende Seite thematisch zu Ihnen?
- Autorität: Wie stark und etabliert ist die verlinkende Domain? Kennzahlen wie Domain Authority, Trust Flow und Citation Flow geben dazu eine erste Einschätzung.
- Vertrauen: Wirkt die Quelle seriös und natürlich gewachsen?
- Linkqualität: Steht der Link in echtem, redaktionellem Zusammenhang?
Wer diese Werte im Blick behält, weiß jederzeit, ob das eigene Profil auf einem gesunden Fundament steht.
Woher die Daten stammen
Die einzige Quelle, die unmittelbar von Google kommt, ist der Linkbericht in der Google Search Console. Er ist kostenlos, zeigt die verweisenden Domains, die am häufigsten verlinkten Seiten und die verwendeten Ankertexte. Google legt dabei bewusst einen Ausschnitt offen, sodass die Aufstellung als Stichprobe zu lesen ist.
Kommerzielle Werkzeuge arbeiten mit eigenen Indizes und finden deshalb teils andere Verweise. Ihre Stärke liegt in den Kennzahlen und im Verlauf über die Zeit. Wichtig bleibt die Einordnung: Werte wie Domain Authority oder Trust Flow stammen von den Anbietern selbst und fließen in Googles Bewertung an keiner Stelle ein. Sie taugen zum Vergleichen, sollten aber als Schätzung gelten.
Schädliche Links erkennen und entfernen
Ein Teil der Verweise wirkt gegen Sie. Verweise aus Linkfarmen, aus themenfremden Verzeichnissen oder von Seiten mit hohem Spam-Score können Ihrem Ranking schaden, statt es zu stärken. Solche Links entstehen häufig von selbst, etwa durch automatisierte Netzwerke oder durch fragwürdige Anbieter aus der Vergangenheit. In der Analyse fallen sie meist durch sehr niedrige Vertrauenswerte, unpassende Themen oder auffällig gleichförmige Ankertexte auf. Finden Sie solche Verweise, bitten Sie zunächst den Seitenbetreiber um Entfernung. Bleibt das erfolglos und handelt es sich um klar schädliche Links, lassen sie sich über das Disavow-Werkzeug von Google für die Bewertung ausschließen. Gehen Sie damit jedoch sparsam um, denn ein voreiliges Entwerten guter Links schwächt Ihr Profil unnötig.
Wie Google Disavow heute einordnet
Beim Entwerten von Links ist Zurückhaltung angebracht, und das aus einem guten Grund: Google erklärt seit Jahren, dass die allermeisten Websites das Werkzeug niemals brauchen. Der Algorithmus erkennt unnatürliche Verweise und lässt sie bei der Bewertung außen vor, ohne die Zielseite dafür abzustrafen.
Sinnvoll bleibt der Einsatz in einem Fall, nämlich nach einer manuellen Maßnahme wegen unnatürlicher Links. Dann verlangt Google im Rahmen des Antrags auf erneute Überprüfung den Nachweis, dass die betreffenden Verweise entfernt oder entwertet wurden. Wer ohne solchen Anlass ganze Listen einreicht, entwertet mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Verweise, die getragen haben.
Ein gepflegtes Linkprofil ist wie ein gepflegter Garten: Es braucht keine ständige Arbeit, aber regelmäßige Aufmerksamkeit.
Das Profil dauerhaft gesund halten
Eine einmalige Analyse bringt wenig, wenn danach wieder Jahre vergehen. Sinnvoller ist ein fester Rhythmus, etwa alle drei bis sechs Monate ein prüfender Blick auf neue Verweise und die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen. So bemerken Sie Veränderungen früh und können gegensteuern, bevor Probleme entstehen. Achten Sie dabei auf eine natürliche Mischung aus verschiedenen Quellen und Ankertexten, denn ein zu einseitiges Profil wirkt schnell konstruiert. Wenn Ihr Bestand gesund ist, geht es vor allem darum, ihn mit neuen, hochwertigen Links weiter auszubauen.
Der Ablauf in vier Schritten
Eine Analyse folgt immer demselben Muster. Zuerst tragen Sie die Daten zusammen, aus der Search Console und, sofern vorhanden, aus einem kommerziellen Werkzeug. Aus beiden Quellen entsteht eine Liste der verweisenden Domains, die sich in einer Tabelle zusammenführen lässt.
Im zweiten Schritt sortieren Sie nach Autorität und sehen sich die stärksten dreißig Quellen einzeln an. Passt das Thema, wirkt die Seite gepflegt, steht der Verweis im Fließtext? Diese Handvoll Domains trägt in der Regel den Großteil der Wirkung.
Der dritte Schritt gilt den Ankertexten. Sortieren Sie die Aufstellung nach Häufigkeit und prüfen Sie, ob ein einzelner Begriff heraussticht. Im vierten Schritt schließlich vergleichen Sie den Bestand mit der vorherigen Auswertung — dort zeigt sich, was hinzugekommen und was verschwunden ist.
Verlorene Verweise zurückholen
Ein Teil der Arbeit betrifft Links, die es einmal gab. Beiträge werden überarbeitet, Redaktionen bauen ihre Seiten um, Portale verschwinden. Die meisten Analysewerkzeuge führen eine eigene Aufstellung solcher verlorenen Verweise, und dort steckt häufig mehr Wert als in einer neuen Platzierung.
Führt ein Verweis ins Leere, weil sich Ihre eigene Adresse geändert hat, genügt eine Weiterleitung auf die neue Seite — die Wirkung bleibt weitgehend erhalten. Wurde der Link dagegen aus einem Beitrag entfernt, hilft eine freundliche Anfrage bei der Redaktion. Wie sich fehlerhafte Adressen aufspüren lassen, zeigt unser Ratgeber zu 404-Fehlern.
Fazit: Regelmäßig prüfen, gezielt ausbauen
Eine Backlink-Analyse zeigt Ihnen, wo Ihr Linkprofil stark ist und wo es Pflege braucht. Wer regelmäßig prüft, schädliche Links entfernt und gezielt auf hochwertige Backlinks setzt, baut eine Sichtbarkeit auf, die dauerhaft trägt. Möchten Sie Ihr Profil professionell aufbauen und pflegen lassen? Sehen Sie sich unsere SEO-Optimierung und unsere Artikelplätze an oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf.