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Verlorene Backlinks zurückgewinnen: finden und retten

Zwei ineinandergreifende Kettenglieder auf einer hellen Steinplatte, das linke im Verlauf von Rot zu leuchtendem Grün, das rechte silbern, dahinter unscharf eine Glasfront mit Blick auf Wasser.

Illustration: KI-generiert

Ein Backlink gilt als verloren, sobald der Verweis einer anderen Webseite entfernt wurde oder auf eine gelöschte oder verschobene Adresse Ihrer Webseite zeigt. Für Suchmaschinen fällt damit eine Empfehlung weg, und Menschen mit einem Klick auf den Link landen im ungünstigen Fall auf einer Fehlerseite statt bei Ihrem eigentlichen Angebot. Viele dieser Verweise lassen sich zurückholen, weil die verlinkende Seite weiterhin besteht und lediglich das Ziel des Links auf Ihrer Seite oder beim Gegenüber angepasst werden muss.

Verlorene Links fallen meist bei einer regelmäßigen Backlink-Analyse auf, in der Sie verweisende Webseiten und verlinkte Zielseiten miteinander vergleichen. Entscheidend für das weitere Vorgehen ist die Ursache, denn einen Link auf eine verschobene Seite reparieren Sie selbst, während ein entfernter Link die Mitwirkung der anderen Seite erfordert. Bei Forenlinks und ähnlichen Beiträgen in Communitys kommt dagegen meist nur eine neue Platzierung in Frage.

Ursachen für verlorene Backlinks

Eine Ursache liegt oft auf der eigenen Webseite, nämlich in einer geänderten Adresse nach einem Relaunch, einer neuen Seitenstruktur oder dem Wechsel von http auf https. Zeigt ein Backlink danach auf eine Adresse, die Ihr Server mit einem 404-Fehler beantwortet, landen Menschen auf einer Fehlerseite, und Google nimmt die alte Adresse mit der Zeit aus dem Index. Ein Tippfehler beim Setzen des Links führt zum selben Ergebnis, nur liegt die Ursache hier bei der verlinkenden Seite.

Andere Verluste entstehen auf der verlinkenden Seite selbst, wenn die Verantwortlichen ältere Beiträge überarbeiten, ihre Webseite umbauen oder Inhalte löschen und dabei auch ein Link auf Ihre Seite verschwindet. In Foren und Communitys entfernt die Moderation einzelne Beiträge oder schließt ganze Bereiche. Manchmal geht eine verlinkende Webseite auch vollständig offline, etwa nach der Auflösung eines Vereins oder eines Unternehmens.

Der Erfinder des World Wide Web Tim Berners-Lee hielt bereits 1998 in einem Text für das W3C fest, dass sich Webadressen durch Entscheidungen von Menschen ändern und keineswegs von selbst. Gute Adressen sollen nach seiner Empfehlung über Jahre unverändert bleiben, weil sich nie vollständig überblicken lässt, welche Seiten auf eine Adresse verweisen. Ändern Sie Adressen auf Ihrer Webseite deshalb nur, wenn es wirklich nötig ist, und fangen Sie jede Änderung mit einer Weiterleitung ab.

Verlorene Backlinks in der Search Console finden

Einen ersten Überblick gibt der Bericht „Links“ in der Google Search Console, der die meistverlinkten Seiten Ihrer Webseite und die verweisenden Websites auflistet. Über „Exportieren“ lassen sich die Daten als Tabelle oder als CSV-Datei speichern, wobei die Liste der neuesten Links in diesem Export bis zu 100.000 Zeilen umfasst. Google weist allerdings darauf hin, dass der Bericht nur eine Auswahl der Links enthält, sodass einzelne Verweise darin fehlen können.

Verlorene Links finden Sie, indem Sie die meistverlinkten Seiten mit dem Bericht zur Seitenindexierung abgleichen. Steht eine Adresse in beiden Listen und trägt im Indexierungsbericht den Grund „Nicht gefunden (404)“, verweisen andere Webseiten auf eine gelöschte oder verschobene Seite. Die Spalte „Ziel-URL (falls abweichend)“ im Linkbericht zeigt Ihnen außerdem, bei welchen Links bereits eine Weiterleitung greift.

Da der Bericht lückenhaft bleibt, bewährt sich zusätzlich eine eigene Liste mit Ihren zentralen Backlinks von Partnerbetrieben und Verbänden sowie aus Presseberichten und Artikelplätzen. Rufen Sie die verlinkenden Seiten daraus in regelmäßigen Abständen auf und prüfen Sie, ob der Link noch vorhanden ist und auf die richtige Adresse Ihrer Webseite führt. Hinweise liefern auch die Zugriffe auf Fehlerseiten in Ihrer Webanalyse, sofern dort die verweisende Seite erfasst wird.

Backlinks mit einer 301-Weiterleitung retten

Zeigt ein Backlink auf eine Adresse Ihrer Webseite, die umgezogen ist, lösen Sie das Problem selbst mit einer dauerhaften Weiterleitung auf die neue Seite. Google empfiehlt dafür serverseitige Weiterleitungen mit den Statuscodes 301 oder 308, weil Google sie am zuverlässigsten erkennt. Weiterleitungen per Meta-Refresh oder JavaScript bleiben eine Notlösung für Fälle, in denen der Server keine eigene Weiterleitung erlaubt.

Wählen Sie als Ziel eine Seite, die inhaltlich der alten Seite entspricht, etwa die neue Fassung desselben Ratgebers oder dieselbe Leistung unter neuer Adresse. Eine pauschale Weiterleitung aller alten Adressen auf die Startseite wertet Google als Soft 404, und auch den Menschen auf Ihrer Seite hilft sie wenig weiter. Vermeiden Sie außerdem Ketten aus mehreren Weiterleitungen hintereinander, denn Google rät ausdrücklich, direkt auf das endgültige Ziel weiterzuleiten.

Nach einem Umzug sollen Weiterleitungen nach Googles Empfehlung mindestens ein Jahr bestehen bleiben, damit Signale wie das Crawling und eingehende Links vollständig auf die neuen Adressen übergehen können. Aus Sicht der Menschen auf Ihrer Webseite sind dauerhafte Weiterleitungen ideal, weshalb Sie sie am besten unbefristet beibehalten. Auch häufig falsch geschriebene Adressen, die Sie im Linkbericht entdecken, lassen sich auf diese Weise auf die richtige Seite lenken.

Entfernte Backlinks zurückgewinnen und Forenlinks neu platzieren

Zeigt der Link einer anderen Webseite auf eine veraltete Adresse, empfiehlt Google, die Verantwortlichen um eine Aktualisierung zu bitten und dabei Links mit vielen Besuchen zuerst anzugehen. Eine Weiterleitung fängt den Besuch zwar ab, doch ein direkter Link auf die neue Adresse erspart den zusätzlichen Schritt über den Server und bleibt auch dann erhalten, wenn die Weiterleitung eines Tages entfällt. Bei Presseberichten und Verbänden sowie bei Partnerbetrieben genügt meist eine kurze und freundliche Nachricht an die Redaktion oder an die Ansprechperson der jeweiligen Webseite.

Wurde ein Link bei einer Überarbeitung entfernt, nennen Sie in Ihrer Nachricht den Beitrag, in dem der Link stand, und schlagen eine passende Seite Ihres Angebots als neues Ziel vor. Ein kurzer Textvorschlag wie „In Ihrem Beitrag zur Fassadensanierung verwiesen Sie früher auf unsere Seite zur Wärmedämmung, die inzwischen unter einer neuen Adresse erreichbar ist“ erleichtert der Redaktion die Entscheidung. Ob der Link zurückkehrt, entscheidet allein die verlinkende Seite, und bezahlte Verweise behalten dabei ihre Kennzeichnung als gesponserter Link.

Bei Forenlinks und anderen Beiträgen in Communitys liegt die Lage anders, denn ein gelöschter Beitrag oder ein geschlossenes Thema lässt sich nicht wiederherstellen. An die Stelle des verlorenen Links tritt deshalb eine neue Platzierung in einer aktuellen Diskussion, die thematisch zu Ihrem Angebot gehört und in der Ihr Beitrag den Mitgliedern tatsächlich weiterhilft. Solche neuen Platzierungen übernehmen wir gern für Sie, ebenso wie redaktionelle Artikelplätze auf themennahen Publikationen, wenn ein dauerhafter Ersatz für einen verlorenen Verweis entstehen soll.

Unser Tipp: Speichern Sie den Export „Neueste Links“ aus der Search Console jedes Quartal als Tabelle ab. Ein Vergleich mit dem vorigen Export zeigt Ihnen verweisende Websites, die aus der Liste verschwunden sind, und diese Links prüfen Sie anschließend direkt auf der verlinkenden Seite.

Linkverlust vorbeugen mit stabilen URLs

Linkverlust beugen Sie vor allem mit Adressen vor, die über Jahre gleich bleiben. Tim Berners-Lee rät dazu, Dateiendungen und Namen von Programmen sowie Zusätze wie „neu“ oder „Entwurf“ aus Adressen herauszuhalten, weil sich all diese Angaben im Laufe der Zeit ändern. Eine kurze, sprechende Adresse wie /leistungen/fassadensanierung/ übersteht dagegen auch einen Wechsel des Redaktionssystems.

Steht ein Relaunch an, legen Sie vorher eine Liste aller alten Adressen mit ihrem neuen Gegenstück an. Google nennt als Quellen dafür die Sitemap und die Protokolle des Servers sowie Webanalyse und Redaktionssystem, und aus dieser Liste entstehen anschließend die Weiterleitungen für den Start. Denken Sie dabei auch an die Links in Ihren Profilen in sozialen Netzwerken und in laufenden Werbekampagnen, deren Anpassung Google ebenfalls empfiehlt.

Fazit

Backlinks gehen verloren, wenn sich Adressen auf der eigenen Webseite ändern, wenn verlinkende Seiten überarbeitet werden oder wenn Beiträge in Foren und Communitys verschwinden. Aufspüren lassen sie sich über den Linkbericht der Search Console im Abgleich mit dem Bericht zur Seitenindexierung sowie über eine eigene Liste wichtiger Verweise. Da der Linkbericht nur eine Auswahl zeigt, gehört der Blick auf die verlinkenden Seiten selbst dazu.

Zeigt ein Link auf eine umgezogene Seite, rettet ihn eine serverseitige 301- oder 308-Weiterleitung auf das passende neue Ziel, die mindestens ein Jahr und am besten dauerhaft bestehen bleibt. Entfernte Links lassen sich mit einer freundlichen Anfrage bei der verlinkenden Seite zurückgewinnen, während verlorene Forenlinks eine neue Platzierung brauchen. Stabile Adressen und eine Liste aller Weiterleitungen vor jedem Relaunch beugen weiteren Verlusten vor.

Die Angaben geben den Stand vom 14. Oktober 2026 wieder und beruhen auf der Hilfe zum Linkbericht der Search Console, der Dokumentation von Google Search Central zu Weiterleitungen und zum Website-Umzug mit geänderten URLs sowie dem Text „Cool URIs don't change“ von Tim Berners-Lee beim W3C.

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