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SEO

Ankertexte richtig wählen

7. Juli 2026 8 Min.

Gedruckte Seiten auf einem Tisch, mit Fäden zu Ankertext-Typen wie Brand, Keyword, URL und generisch verbunden

Illustration: KI-generiert

Der Ankertext ist der sichtbare, anklickbare Teil eines Links. Er gibt Suchmaschinen und Lesern einen Hinweis darauf, was sie auf der verlinkten Seite erwartet. Das macht ihn zu einem unterschätzten Hebel im Linkaufbau, denn mit der richtigen Wahl stärken Sie Ihr Ranking, mit der falschen erreichen Sie das Gegenteil.

Warum der Ankertext so wichtig ist

Google nutzt den Ankertext als eines von vielen Signalen, um das Thema einer Zielseite einzuordnen. Verweisen mehrere passende Texte auf eine Seite, versteht die Suchmaschine besser, wofür diese Seite relevant ist, und zeigt sie für die entsprechenden Suchbegriffe weiter oben an. Ein treffender Ankertext unterstützt Ihre Platzierung also spürbar, weil er die Relevanz klar benennt.

Mindestens ebenso wichtig ist die Wirkung auf den Menschen. Ein verständlicher Ankertext verrät dem Leser, wohin der Link führt, und schafft Vertrauen. Wer weiß, was ihn erwartet, klickt eher und bleibt länger auf Ihrer Seite. Ein guter Ankertext bedient damit beide Seiten zugleich, die Suchmaschine und Ihre Besucher.

Die sechs Arten von Ankertexten

In der Praxis kommen sechs Formen vor, und jede erfüllt einen eigenen Zweck. Der Markenanker nennt Ihren Firmennamen und ist die häufigste Form in gewachsenen Profilen. Die nackte Adresse zeigt die URL selbst, wie sie in Foren und Verzeichnissen entsteht.

Der exakte Anker entspricht wortgleich dem Suchbegriff, für den Sie gefunden werden möchten, und ist die wirksamste, zugleich auffälligste Form. Der teilweise passende Anker greift den Begriff auf und bettet ihn in eine natürliche Formulierung ein. Der generische Anker lautet „hier", „mehr dazu" oder ähnlich und trägt inhaltlich wenig bei, wirkt dafür unauffällig. Bei einem verlinkten Bild schließlich übernimmt der Alternativtext die Rolle des Ankertextes.

Die richtige Mischung finden

Der häufigste Fehler ist der immer gleiche, exakt passende Ankertext. Wenn jeder Link mit demselben Keyword auf Ihre Seite zeigt, entsteht ein künstliches Muster, das Google als Manipulationsversuch werten kann. Natürliche Linkprofile sehen anders aus, sie bestehen aus einer bunten Mischung verschiedener Formulierungen. Setzen Sie deshalb auf Vielfalt statt auf ein einziges Wunsch-Keyword:

  • Ihren Marken- oder Firmennamen, etwa „Early Linkbuilding"
  • Die nackte URL Ihrer Website
  • Passende Keywords in natürlicher Formulierung
  • Neutrale Formulierungen wie „hier erfahren Sie mehr"
  • Den Titel der verlinkten Seite oder des Beitrags

Als Orientierung taugt die Verteilung, die sich bei Websites einstellt, die ohne Zutun verlinkt werden. Dort machen Markenname und nackte Adresse zusammen die Mehrheit aus, generische Formulierungen folgen, und exakte Suchbegriffe bilden mit unter zehn Prozent die Minderheit. Ein Profil, das diesem Bild nahekommt, fällt auch bei genauerer Prüfung nicht auf.

Was zur Zielseite passt

Welche Variante sinnvoll ist, hängt von der Zielseite ab. Verweisen Sie auf eine Leistungsseite, darf der Ankertext das Thema aufgreifen. Führt der Link zu einem Ratgeber, ist eine beschreibende oder neutrale Formulierung meist die bessere Wahl. Achten Sie außerdem darauf, dass der Text zum umgebenden Inhalt passt, denn ein Ankertext, der mitten im Satz fehl am Platz wirkt, fällt Lesern wie Suchmaschinen gleichermaßen auf.

Am besten lesen Sie den Satz einmal laut. Klingt er natürlich, ist der Ankertext meist richtig gewählt. Auch der Text rund um den Link spielt eine Rolle, denn Suchmaschinen betrachten das Umfeld eines Verweises, um seine Bedeutung einzuordnen. Ein Link in einem thematisch passenden Absatz wirkt deshalb stärker als einer, der ohne Zusammenhang eingestreut ist.

Interne Links folgen anderen Regeln

Bei Verweisen innerhalb der eigenen Website gilt ein anderer Maßstab. Hier bestimmen Sie jeden Ankertext selbst, und Google weiß das. Eine natürliche Streuung ist deshalb entbehrlich — hier dürfen Sie beschreibend und präzise arbeiten und für jede Zielseite denselben treffenden Begriff verwenden.

Der Nutzen liegt in der Orientierung. Wer auf Ihrer Website liest, erkennt am Ankertext, was ihn hinter dem Verweis erwartet, und Google erschließt daraus die Struktur Ihres Angebots. Was die interne Verlinkung darüber hinaus leistet, erklärt der Glossareintrag dazu.

Gekaufte Links kennzeichnen

Sobald für eine Platzierung eine Gegenleistung fließt, verlangt Google die Auszeichnung mit rel="sponsored". Das gilt für bezahlte Beiträge ebenso wie für Tauschgeschäfte, bei denen statt Geld eine Sachleistung erbracht wurde. Der Ankertext selbst bleibt davon unberührt, die Kennzeichnung betrifft allein die technische Auszeichnung im Quelltext.

Hinzu kommt die werberechtliche Seite. Erscheint ein bezahlter Beitrag im Gewand eines redaktionellen Artikels, ist er nach deutschem Wettbewerbsrecht als Werbung erkennbar zu machen, üblicherweise durch einen Hinweis am Beitragsanfang. Welche Auszeichnungen wann greifen, zeigt unser Ratgeber zu Dofollow und Nofollow.

Das eigene Profil prüfen

Bevor Sie neue Verweise aufbauen, verschafft ein Blick auf den Bestand Klarheit. Der Bericht zu den Links in der Google Search Console listet die häufigsten Ankertexte auf, die auf Ihre Website zeigen. Schon diese kostenlose Aufstellung zeigt, ob ein einzelner Begriff dominiert.

Fällt dabei ein Übergewicht auf, hilft Gegensteuern statt Löschen. Neue Verweise mit Markenanker und beiläufigen Formulierungen verschieben das Verhältnis über die Zeit in eine natürliche Richtung. Wie sich der Bestand systematisch durchgehen lässt, zeigt unser Ratgeber zur Backlink-Analyse.

Bei einzelnen Verweisen, die Sie selbst gesetzt haben, etwa in Verzeichnissen oder Profilen, lässt sich der Ankertext meist nachträglich ändern. Bei fremden Seiten bleibt die freundliche Anfrage — häufig genügt der Hinweis, dass die Formulierung im Text natürlicher klänge.

Ein letzter Punkt betrifft die Sprache selbst. Ankertexte in Versalien oder mit Ausrufezeichen fallen aus jedem Fließtext heraus und wirken wie Werbung, auch wenn der Verweis redaktionell entstanden ist. Ebenso taugen Formulierungen wenig, die erst im Zusammenhang mit dem Vorsatz Sinn ergeben, weil Suchmaschinen den Ankertext häufig für sich betrachten.

Der beste Ankertext fügt sich so natürlich ein, dass er gar nicht auffällt.

Bei unseren Forenlinks und Artikelplätzen stimmen wir den Ankertext immer gemeinsam mit Ihnen ab. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Unterstützung möchten.

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