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Serverausfall und Wartung: So geht Google damit um

24. September 2026 8 Min.

Zwei Serverschränke in einem hellen Rechenzentrum: links ein dunkler Schrank mit roten Leuchten und unruhigen roten Datenlinien, rechts ein Schrank mit grünen Leuchten und ruhig fließenden grünen Linien neben einer Pflanzenwand. Sinnbild für einen gestörten und einen regulär arbeitenden Server.

Illustration: KI-generiert

Auch eine gut betreute Website ist hin und wieder für kurze Zeit nicht erreichbar, etwa wegen einer Störung beim Hoster oder einer geplanten Wartung. Der Googlebot fragt als Abrufprogramm der Suchmaschine in dieser Zeit wie gewohnt an und hält die Antwort des Servers fest. Ob Ihre Seiten danach unverändert in den Suchergebnissen stehen, hängt davon ab, was der Server ihm während der Pause mitteilt und wie lange dieser Zustand anhält.

Jede Antwort eines Servers beginnt mit einem dreistelligen Statuscode, der für Besucher unsichtbar bleibt und für Suchmaschinen die eigentliche Auskunft enthält. Die 200 meldet eine erfolgreich ausgelieferte Seite und die 404 eine Adresse ohne Inhalt, während alle mit einer 5 beginnenden Codes nach der HTTP-Norm ein Problem auf Seiten des Servers anzeigen. Google richtet das Crawling, also das regelmäßige Abrufen Ihrer Seiten, nach diesen Codes aus und entscheidet damit auch über den Verbleib einer Adresse im Index. Mit dem passenden Code lässt sich eine geplante Pause deshalb so ankündigen, dass Google sie als vorübergehend erkennt.

Was bei einem Serverausfall mit Ihren Seiten geschieht

Antwortet Ihr Server mit einem Fehler aus der 500er-Gruppe, verlangsamt Google seine Abrufe umso deutlicher, je mehr einzelne Adressen betroffen sind. Den Code 429 für einen überlasteten Server behandelt Google auf dieselbe Weise. Mit einem solchen Fehler ausgelieferte Inhalte bleiben unberücksichtigt, während bereits aufgenommene Seiten zunächst im Index erhalten bleiben. Hält der Zustand an, nimmt Google die betroffenen Adressen nach eigener Darstellung schließlich aus dem Index heraus.

Unmittelbarer wirken sich Störungen aus, bei denen der Server überhaupt keine Antwort gibt. Dazu zählen Zeitüberschreitungen und abgebrochene Verbindungen ebenso wie Fehler im DNS, das Ihrer Domain die Adresse des Servers zuordnet. Google wertet solche Störungen wie Serverfehler, drosselt das Crawling sofort und entfernt weiterhin unerreichbare Adressen innerhalb weniger Tage aus dem Index. Nach einer Änderung der DNS-Einträge etwa bei einem Wechsel des Hosters kann es laut Google bis zu 72 Stunden dauern, bis die neue Zuordnung überall wirksam ist.

Nach den Leitlinien zum Crawl-Budget erhöht Google umgekehrt die Zahl der Abrufe, solange eine Website gleichmäßig und zügig antwortet. Sobald der Server nach einer Störung wieder regulär antwortet, steigt das Crawling schrittweise auf den gewohnten Umfang. Nach einer längeren Schließung braucht die Erholung deutlich mehr Zeit, weil Google die Seiten dann erst erneut in den Index aufnehmen muss und die Dauer dieses Vorgangs ausdrücklich offenlässt. Auch Besucher über einen Backlink von einer anderen Website treffen während der Störung auf eine Fehlermeldung, sodass dieser Referral-Traffic für die Dauer des Ausfalls ausbleibt.

Eine Wartung mit dem Statuscode 503 ankündigen

Für geplante Arbeiten sieht die HTTP-Norm RFC 9110 den Statuscode 503 vor, der eine vorübergehende Überlastung oder eine planmäßige Wartung anzeigt. Ergänzen lässt er sich um die Angabe Retry-After mit einem Zeitpunkt oder einer Zahl von Sekunden, nach der sich ein erneuter Abruf lohnt. Google empfiehlt beides und rät zusätzlich, Besuchern auf der Wartungsseite selbst zu erklären, wie es weitergeht. Bewährt hat sich ein kurzer Hinweis mit dem voraussichtlichen Ende der Arbeiten und einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, unter der Ihr Unternehmen in dieser Zeit erreichbar ist.

Eine vollständige Abschaltung mit dem Code 503 empfiehlt Google für höchstens ein bis zwei Tage, denn liefert dieselbe Adresse über mehrere Tage einen solchen Fehler, kann sie aus dem Index verschwinden. Schon eine Schließung über einige Wochen kann sich nach Googles Darstellung nachteilig auf die Indexierung auswirken. Für längere Unterbrechungen empfiehlt Google deshalb, die Website online zu lassen und einzelne Funktionen wie den Warenkorb eines Shops abzuschalten, während ein Banner auf allen Seiten auf die Pause hinweist. Muss die Website dennoch länger vom Netz, dient eine mit dem gewöhnlichen Code 200 ausgelieferte Startseite als indexierbarer Platzhalter.

Die robots.txt mit Ihren Vorgaben für Crawler bleibt während der Wartung am besten erreichbar und wird vom Wartungsmodus ausgenommen. Liefert auch diese Datei den Code 503, stellt Google das Crawling der gesamten Website ein. Für eine Pause eignen sich die Codes für nicht gefundene Seiten ebenso wenig wie 403, 410 oder die Angabe noindex, weil Google daraus auf fehlende Inhalte schließt und die Adressen aus der Suche nimmt. Das Werkzeug zum vorübergehenden Entfernen von URLs in der Search Console ist nach Googles Hinweis ebenfalls nicht für Schließungen gedacht.

Bevor Sie einen Wartungsmodus einschalten, fragen Sie am besten bei Ihrem Hoster oder Ihrer Agentur nach, welchen Statuscode er ausliefert und ob die robots.txt davon ausgenommen bleibt. Bei einem betreuten Hosting lässt sich diese Einstellung zusammen mit dem Termin absprechen, sodass Arbeiten am Server von vornherein mit dem Code 503 und einer passenden Angabe Retry-After laufen. Empfehlenswert ist ein Zeitfenster mit erfahrungsgemäß wenigen Besuchern, das Ihnen die Zugriffszahlen Ihrer Webanalyse nach Wochentagen und Uhrzeiten aufgeschlüsselt zeigen.

Die Folgen eines Ausfalls in der Search Console prüfen

Ob Google während einer Störung auf Probleme gestoßen ist, zeigt der Bericht „Crawling-Statistik“ in der Google Search Console, den Sie über die Einstellungen der dort angelegten Website erreichen. Unter dem Punkt „Hoststatus“ führt er für die vergangenen 90 Tage auf, ob der Abruf der robots.txt, die Auflösung im DNS oder die Verbindung zum Server fehlgeschlagen ist. Schlägt die DNS-Auflösung an einem Tag bei mehr als fünf Prozent der Anfragen fehl, stuft Google das in seiner Hilfe als Problem ein. Bei einem plötzlichen Rückgang der Sichtbarkeit lohnt sich dieser Blick, bevor Sie die Ursache bei einem Core Update suchen.

Im Bericht zur Seitenindexierung erscheinen betroffene Adressen mit dem Grund „Serverfehler (5xx)“. Google empfiehlt an dieser Stelle, zunächst den Hoststatus in der Crawling-Statistik zu prüfen und sich bei anhaltenden Problemen an den Hoster zu wenden. Ist die Ursache behoben, öffnen Sie die Detailansicht des Problems und wählen „Fehlerbehebung überprüfen“, woraufhin Google die betroffenen Adressen erneut abruft. Diese Überprüfung dauert laut Hilfe üblicherweise etwa zwei Wochen.

Für einzelne wichtige Seiten wie die Startseite liefert die URL-Prüfung eine schnellere Rückmeldung. Mit „Live-URL testen“ ruft Google die Adresse sofort ab und zeigt, ob der Abruf gelungen ist, und über „Indexierung beantragen“ lässt sich anschließend ein erneuter Besuch anstoßen. Die Zahl dieser Anträge ist je Tag begrenzt und wiederholtes Beantragen beschleunigt die Aufnahme nicht, weshalb Google für viele Adressen eine aktuelle XML-Sitemap empfiehlt.

Fazit

Bei einem Serverausfall ruft Google Ihre Seiten seltener ab, lässt die ausgelieferten Inhalte unberücksichtigt und nimmt Adressen mit anhaltenden Fehlern aus dem Index und damit aus den Suchergebnissen, bei Netzwerk- und DNS-Störungen bereits nach wenigen Tagen. Für geplante Arbeiten ist der Statuscode 503 mit der Angabe Retry-After vorgesehen, den Google für ein bis zwei Tage empfiehlt, während die robots.txt erreichbar bleibt. Längere Pausen überbrückt eine Website, die mit eingeschränkten Funktionen online bleibt. Die Crawling-Statistik und der Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console zeigen, ob eine Störung Spuren hinterlassen hat, und die URL-Prüfung stößt für einzelne Seiten einen erneuten Abruf an. Für die Absprache mit dem Hoster kommt es damit auf drei Angaben an, nämlich den Statuscode im Wartungsmodus, die Behandlung der robots.txt und den Zeitpunkt der Arbeiten.

Die Angaben geben den Stand vom 24. September 2026 wieder und beruhen auf der Dokumentation von Google Search Central, der Hilfe zur Google Search Console und der HTTP-Norm RFC 9110 der IETF. Maßgeblich ist die jeweils aktuelle Fassung dieser Dokumentation.

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