Ohne Presseagentur in die Presse: redaktionelle Backlinks selbst aufbauen
Illustration: KI-generiert
Ein Backlink aus einem redaktionellen Beitrag gehört zu den wertvollsten, die eine Website erhalten kann. Eine Redaktion setzt ihn, weil der Inhalt ihren Leserinnen und Lesern weiterhilft, und genau diese Freiwilligkeit erkennt Google. Der Weg dorthin führt über Öffentlichkeitsarbeit, und dafür brauchen Sie weder eine Agentur noch ein großes Budget – wohl aber einen Anlass, der auch andere interessiert.
Welche Anlässe Redaktionen gern aufgreifen
Redaktionen suchen Themen, die für ihre Leserschaft von Interesse sind. Vier Arten von Anlässen erfüllen diesen Anspruch erfahrungsgemäß gut, und bei den meisten Betrieben findet sich mindestens einer davon.
- Zahlen aus Ihrem Geschäft, sobald sie über den Einzelfall hinausweisen – etwa die Entwicklung der Anfragen in Ihrer Branche über drei Jahre
- Ihr Fachwissen, wenn eine Redaktion es für ein aktuelles Thema einordnen möchte
- regionale Vorgänge wie ein Umbau, eine Übernahme oder neue Ausbildungsplätze
- Ihre Einschätzung zu einer Neuerung in Ihrer Branche, die Fachmedien zitieren können
Ob ein Anlass trägt, lässt sich mit einer freundlichen Frage an sich selbst klären: Würde jemand außerhalb Ihres Unternehmens diese Meldung freiwillig zu Ende lesen? Bejahen Sie das, haben Sie einen guten Ausgangspunkt gefunden.
Eine Meldung, die der Redaktion die Arbeit erleichtert
Redaktionen entscheiden schnell, weil täglich viele Zuschriften eingehen. Deshalb hilft es sehr, das Wesentliche gleich in den ersten Satz zu setzen und im ersten Absatz zu beantworten, worum es geht, wen es betrifft und warum es gerade jetzt eine Rolle spielt. Alles Weitere folgt darunter in absteigender Wichtigkeit, sodass die Aussage auch dann erhalten bleibt, wenn der Text von hinten gekürzt wird.
Legen Sie außerdem bei, was eine Veröffentlichung leichter macht: ein bis zwei Bilder in Druckauflösung mit geklärten Nutzungsrechten, ein Zitat einer namentlich genannten Person, Ihre Kontaktdaten für Rückfragen und die Adresse Ihrer Website. Je vollständiger das Material vorliegt, desto eher erscheint der Beitrag – und desto eher steht Ihre Adresse darin.
Eine gute Meldung hilft der Redaktion weiter. Der Verweis ist die Folge, nicht der Zweck.
Lokalpresse und Fachmedien im Vergleich
Die Lokalzeitung interessiert sich für Menschen und Orte. Ein Jubiläum, ein neuer Standort, eine Ausbildungsstelle oder ein Engagement im Verein finden dort gern ihren Platz, und der Zugang ist angenehm unkompliziert, weil die Redaktionen klein sind und sich über Themen aus der Region freuen. Der Verweis steht dort allerdings oft in einem Archiv mit überschaubarer Reichweite.
Fachmedien stellen höhere Ansprüche, geben dafür aber deutlich stärkere Verweise zurück. Dort zählt die fachliche Substanz, also eine belegte Beobachtung, die Auswertung eigener Daten oder eine begründete Einschätzung zu einer Entwicklung. Weil das Umfeld thematisch genau passt, wiegt ein solcher Backlink besonders schwer – die Themenrelevanz ergibt sich hier von selbst.
Beide Wege ergänzen einander gut. Die Lokalpresse verschafft Ihnen erste Veröffentlichungen, und diese Belege helfen Ihnen anschließend bei Fachmedien weiter.
Warum die persönliche Ansprache mehr bewirkt
Kostenpflichtige Presseportale versprechen die Verbreitung an hunderte Redaktionen. In der Praxis erscheint Ihre Meldung dort auf Seiten mit geringer Leserschaft, und die Backlinks tragen meist ein Nofollow-Attribut oder gelten Google als Werbung. Für Ihr Linkprofil fällt der Ertrag daher überschaubar aus.
Deutlich mehr bewirkt es, zehn passende Redaktionen persönlich anzuschreiben. Suchen Sie sich dafür die Häuser aus, die über Ihre Branche berichten, finden Sie die zuständige Person und wenden Sie sich direkt an sie. Diese Form des Outreach braucht etwas Zeit, führt aber zu Veröffentlichungen, die tatsächlich gelesen werden. Eine freundliche, kurze Nachricht mit einem konkreten Themenvorschlag genügt dafür meist.
Aus einer Erwähnung einen Backlink gewinnen
Manche Beiträge nennen Ihren Namen als reinen Text. Solche Erwähnungen finden Sie, indem Sie Ihren Firmennamen in eine Suchbenachrichtigung eintragen und die Ergebnisse regelmäßig durchsehen. Jede dieser Fundstellen ist ein schöner Ansatzpunkt, denn hier hat jemand bereits über Sie geschrieben.
Bedanken Sie sich in solchen Fällen kurz und freundlich für die Erwähnung und bieten Sie die passende Adresse für eine Verlinkung an. Weisen Sie dabei darauf hin, dass Leserinnen und Leser sich auf diesem Weg unmittelbar weiter informieren können. Viele dieser Anfragen führen zum Erfolg, weil der Aufwand für die Redaktion bei wenigen Sekunden liegt. Den Ankertext überlassen Sie am besten der Redaktion, damit er sich natürlich in ihren Text einfügt.
Fazit
Öffentlichkeitsarbeit ist der ruhigste und zugleich tragfähigste Weg zu starken Backlinks. Sie brauchen dafür dreierlei: einen Anlass, der über Ihr Unternehmen hinausweist, eine Meldung, die der Redaktion die Arbeit erleichtert, und die Bereitschaft, einzelne Häuser gezielt anzusprechen.
Beginnen Sie am besten mit dem, was ohnehin vorliegt. Sehen Sie Ihre Zahlen der vergangenen drei Jahre durch und prüfen Sie, welche Entwicklung darin über Ihren Betrieb hinaus etwas aussagt – daraus entsteht Ihre erste Meldung. Wie Sie den Wert der so gewonnenen Backlinks einschätzen, zeigt Ihnen unser Ratgeber zu guten Backlinks, und für den planvollen Weg über Fachartikel lesen Sie gern unseren Beitrag zu Gastbeiträgen.