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hreflang: Sprachversionen richtig auszeichnen

27. August 2026 10 Min.

Mehrere schwebende Browserfenster mit Landschaftsbildern, durch leuchtende Linien verbunden; Beschriftungen zeigen Auszeichnungen wie hreflang gleich de, fr, en und es.

Illustration: KI-generiert

Sobald eine Website dieselben Inhalte in mehreren Sprachen anbietet, entsteht eine Frage, die Suchmaschinen allein schwer beantworten: Welche Fassung gehört zu welchem Publikum? Das hreflang-Attribut gibt darauf eine eindeutige Antwort und verbindet die Sprachversionen einer Seite miteinander.

Besonders im deutschsprachigen Raum wird die Auszeichnung unterschätzt. Wer Kundschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz anspricht, arbeitet mit derselben Sprache, aber mit unterschiedlichen Preisen, Rechtslagen und Ansprechpartnern. Genau dort entfaltet hreflang seinen Nutzen.

Wann die Auszeichnung gebraucht wird

Drei Fälle machen hreflang sinnvoll. Der erste ist die klassische Mehrsprachigkeit, bei der dieselbe Seite auf Deutsch und Englisch existiert, jede unter eigener Adresse. Der zweite betrifft gleiche Sprache in verschiedenen Ländern, etwa eine deutsche Fassung für Deutschland und eine für die Schweiz mit Franken statt Euro.

Der dritte Fall verbindet beides. Ein Anbieter mit Auftritten in fünf Ländern und drei Sprachen kommt schnell auf ein Dutzend Fassungen, die alle auseinandergehalten werden wollen. Ohne Auszeichnung wählt Google selbst aus, welche Version es zeigt — und liegt dabei regelmäßig daneben.

Umgekehrt bleibt eine Website in einer einzigen Sprache für ein einziges Land davon unberührt. Für Seiten mit abweichendem Inhalt, die einander gerade nicht entsprechen, taugt die Auszeichnung ebenfalls wenig.

Wie das Attribut aufgebaut ist

Eine hreflang-Angabe besteht aus zwei Bestandteilen. Der Sprachcode folgt der Norm ISO 639-1 und umfasst zwei Kleinbuchstaben, etwa de für Deutsch oder fr für Französisch. Optional folgt ein Regionscode nach ISO 3166-1 in Großbuchstaben, verbunden durch einen Bindestrich.

Daraus ergeben sich Angaben wie de-DE für Deutsch in Deutschland, de-AT für Österreich und de-CH für die Schweiz. Eine reine Sprachangabe wie de ohne Region richtet sich an alle deutschsprachigen Suchenden und dient häufig als Rückfallebene.

Eine Fehlerquelle steckt in der Reihenfolge, denn zuerst steht die Sprache und danach die Region. Die Angabe DE-de gilt als ungültig, und ein Regionscode verlangt stets eine vorangestellte Sprache. Gemeint sind dabei tatsächlich Regionen — en-GB beschreibt Englisch für das Vereinigte Königreich, während britisches Englisch weltweit etwas anderes wäre.

Die drei Wege der Umsetzung

Am verbreitetsten ist die Angabe im Kopfbereich der Seite. Dort steht für jede Sprachfassung eine Zeile, die auf die jeweilige Adresse verweist. Dieser Weg ist gut lesbar und lässt sich in nahezu jedem System umsetzen, treibt allerdings bei vielen Fassungen die Größe jeder einzelnen Seite in die Höhe.

Der zweite Weg führt über den HTTP-Header und eignet sich für Dateien ohne Kopfbereich, etwa PDF-Dokumente. Der dritte nutzt die XML-Sitemap: Dort werden sämtliche Sprachversionen einer Seite gebündelt hinterlegt. Bei umfangreichen Auftritten ist das die schlankeste Lösung, weil die Angaben zentral an einer Stelle liegen und sich leichter pflegen lassen.

Alle drei Wege wirken gleichwertig. Wichtig ist die Beschränkung auf einen davon, denn widersprüchliche Angaben aus zwei Quellen führen dazu, dass Google die Auszeichnung insgesamt verwirft.

Der wechselseitige Verweis

Hier liegt der häufigste Fehler überhaupt. Damit die Auszeichnung wirkt, muss jede Fassung sämtliche anderen benennen — und sich selbst. Verweist die deutsche Seite auf die englische, die englische aber schweigt, verwirft Google beide Angaben.

Bei drei Sprachversionen bedeutet das drei Angaben auf jeder Seite, bei zehn Fassungen entsprechend zehn. Dieser wechselseitige Bezug erklärt, warum größere Auftritte die Pflege einem System überlassen sollten. Ein System, das die Angaben aus der Seitenstruktur erzeugt, erspart genau diese Fehlerquelle.

Was x-default leistet

Neben den Sprachangaben steht ein besonderer Wert bereit, nämlich x-default. Er benennt die Fassung für alle Suchenden jenseits der übrigen Angaben. Für einen Anbieter mit deutschen und englischen Seiten wäre das die englische Version, die Besucher aus Japan oder Brasilien vorfinden.

Häufig verweist x-default auch auf eine Sprachauswahlseite, auf der Besucher selbst entscheiden. Beide Wege sind zulässig. Die Angabe ist freiwillig, empfiehlt sich aber bei jedem Auftritt, der über den eigenen Sprachraum hinausreicht.

Das Verhältnis zum Canonical-Tag

Beide Auszeichnungen werden regelmäßig verwechselt, obwohl sie Gegensätzliches bewirken. Der Canonical-Tag benennt bei mehreren gleichen Seiten die maßgebliche Fassung und schließt die übrigen von der Indexierung aus. Hreflang dagegen erklärt mehrere Fassungen als gleichberechtigt und ordnet sie verschiedenen Zielgruppen zu.

Daraus folgt eine Regel, an der viele Umsetzungen scheitern: Jede Sprachfassung verweist mit ihrem Canonical-Tag auf sich selbst. Zeigt die österreichische Seite per Canonical auf die deutsche, hebt sie ihre eigene Auszeichnung auf und verschwindet aus dem Index.

Prüfen und im Blick behalten

Die Umsetzung lässt sich mit wenigen Griffen nachvollziehen. Die Google Search Console führte lange einen eigenen Bericht dazu; Fehler in der Auszeichnung schlagen inzwischen im Bericht zur Indexierung durch, wenn Seiten unerwartet ausgeschlossen werden.

Verlässlicher sind spezialisierte Prüfwerkzeuge, die eine Website durchlaufen und sämtliche Angaben gegeneinander abgleichen. Sie melden fehlende Rückverweise, ungültige Codes und Verweise auf Adressen, die weiterleiten oder ins Leere laufen — die drei Fehler, die zusammen den Großteil der Fälle ausmachen.

Ein Verweis auf eine weiterleitende Adresse verdient dabei besondere Beachtung. Nach einem Umzug oder einer Umstellung auf verschlüsselte Verbindungen zeigen die Angaben häufig noch auf die alten Adressen. Technisch funktioniert die Seite weiterhin, die Auszeichnung jedoch verliert ihre Wirkung.

Hreflang funktioniert nur beidseitig: Jede Sprachfassung muss alle anderen kennen, sonst verwirft Google die gesamte Auszeichnung.

Was hreflang für den Linkaufbau bedeutet

Für die Sichtbarkeit in mehreren Ländern hat die Auszeichnung eine Folge, die über die Technik hinausreicht. Verweise, die auf die deutsche Fassung zeigen, stärken zunächst genau diese. Ihre Autorität überträgt sich zwar teilweise auf die verbundenen Sprachversionen, ersetzt jedoch keinen eigenen Aufbau.

Für jeden Markt, der ernsthaft bearbeitet werden soll, empfiehlt sich deshalb ein eigenes Vorgehen mit Quellen aus dem jeweiligen Land. Ein österreichisches Fachportal, das auf Ihre österreichische Fassung verweist, wirkt dort ungleich stärker als ein deutscher Verweis auf dieselbe Seite. Worauf es bei der Auswahl ankommt, behandelt unser Ratgeber zum guten Backlink.

Fazit

Hreflang wirkt als Ganzes oder überhaupt nicht. Die Regeln sind überschaubar: passende Sprach- und Regionscodes, wechselseitige Verweise einschließlich der Seite selbst, ein Canonical-Tag auf die eigene Fassung und die Beschränkung auf einen Umsetzungsweg.

Wer diese vier Punkte einhält, sorgt dafür, dass Suchende aus jedem Markt die für sie gemeinte Fassung erhalten. Für mehrsprachige Auftritte ist das eine der wirksamsten technischen Maßnahmen überhaupt — und eine, die sich einmal einrichten und danach im Wesentlichen sich selbst überlassen lässt. Wie sich Übersetzungen darüber hinaus umsetzen lassen, zeigt unser Ratgeber zum Übersetzen einer Website.

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