Markenerwähnungen: So gewinnen Sie daraus Backlinks
Illustration: KI-generiert
Ein Fachbeitrag nennt Ihr Unternehmen als Beispiel, eine Übersicht führt Ihr Produkt auf, ein Blog empfiehlt Ihre Leistung. Der Name steht da, ein Verweis auf Ihre Website fehlt. Solche Stellen heißen unverlinkte Erwähnungen, und sie sind der aussichtsreichste Anlass für eine Anfrage im gesamten Linkaufbau.
Der Grund liegt in der Vorarbeit, die bereits geleistet ist. Bei einer gewöhnlichen Anfrage gilt es, eine Redaktion erst von Ihrem Unternehmen zu überzeugen. Hier ist die Entscheidung längst gefallen, denn jemand hat Sie aus eigenem Antrieb erwähnt. Offen bleibt allein die technische Ergänzung eines Verweises.
Was Google zu Markenerwähnungen sagt
Verbreitet ist die Annahme, eine Markenerwähnung ohne Verweis wirke wie ein Backlink. Google hat dem widersprochen: Ein Name ohne Verlinkung fließe weder in den PageRank noch in das Verständnis der Verweisstruktur ein. Als Begründung nennt das Unternehmen die Schwierigkeit, den Tonfall einer Nennung zu erfassen, also ob sie wohlwollend, kritisch oder ironisch gemeint ist.
Anders sieht es bei den Antworten von KI-Systemen aus. Eine Auswertung von Ahrefs über 75.000 Marken fand einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Erwähnungen und der Sichtbarkeit in KI-Antworten, während Backlinks dort merklich schwächer abschnitten. Für die klassische Suche bleibt der Verweis also das Mittel der Wahl, für die Sichtbarkeit in KI-Antworten zählt daneben der genannte Name.
Unverlinkte Erwähnungen aufspüren
Für die laufende Beobachtung genügt zunächst ein kostenloser Google Alert auf Ihren Firmennamen, gern ergänzt um Produktnamen und die Schreibweise ohne Rechtsform. Eingehende Meldungen zeigen neue Nennungen kurz nach ihrem Erscheinen, sodass Sie zeitnah reagieren können.
Für den Bestand hilft die Suche mit Operatoren weiter. Eine Abfrage nach Ihrem Namen in Anführungszeichen, kombiniert mit einem vorangestellten Minus vor der eigenen Domain, fördert genau die Seiten zutage, die Sie nennen, ohne zu verweisen. In der Praxis sieht das aus wie „Firmenname" -site:ihre-domain.de, und die Trefferliste bildet den Ausgangspunkt für Ihre weitere Arbeit. Bei regelmäßiger Arbeit damit hilft ein Analysewerkzeug wie Ahrefs, Semrush oder Brand24 weiter, das größere Teile des Webs erfasst und die Treffer nach Erscheinungsdatum ordnet.
- Firmenname in verschiedenen Schreibweisen, mit Rechtsform und in der Kurzform
- Namen der Geschäftsführung, sofern sie öffentlich auftritt
- Produkt- und Markennamen aus Ihrem Angebot
- Bezeichnungen eigener Studien, Grafiken oder Werkzeuge
Die Anfrage formulieren
Eine kurze, sachliche Nachricht wirkt besser als ein ausgearbeitetes Anschreiben. Hilfreich sind der Bezug auf die konkrete Stelle, ein Dank für die Erwähnung und die Bitte um Ergänzung des Verweises, damit Leser das Genannte unmittelbar nachschlagen können. Der Nutzen für die Redaktion gehört dabei benannt, denn ein Verweis vervollständigt ihren Beitrag.
Beim Ankertext empfiehlt sich Zurückhaltung. Ein Vorschlag ist hilfreich, eine Vorgabe wirkt fordernd, und die Entscheidung liegt ohnehin bei der Redaktion. Wie sich Anfragen insgesamt aufbauen lassen, behandelt der Ratgeber zu Gastbeiträgen ausführlicher.
Welche Fälle Vorrang haben
Eine Liste mit Nennungen wächst schnell, weshalb sich eine Reihenfolge anbietet. Vorrang verdienen Erwähnungen auf Seiten, die selbst über ein gutes Linkprofil verfügen und thematisch zu Ihrem Fachgebiet passen, denn ein Verweis von dort wiegt schwerer als einer aus einem beliebigen Verzeichnis.
Ebenfalls aussichtsreich sind frische Beiträge. Solange ein Text gerade erst erschienen ist, sitzt die Redaktion ohnehin daran und ergänzt eine Kleinigkeit bereitwilliger als bei einem Archivbeitrag von vor drei Jahren. Erwähnungen in laufend gepflegten Übersichten bilden dabei die Ausnahme, weil deren Betreuer regelmäßig Anpassungen vornehmen.
Bei einer erwähnten Studie oder Grafik aus Ihrem Haus stehen die Aussichten besonders gut. Hier dient der Verweis der Nachprüfbarkeit, und genau darauf legen Redaktionen Wert, sodass der Hinweis auf die Quelle meist von selbst überzeugt.
Was dabei herauskommt
Ein Teil der Anfragen bleibt unbeantwortet, das gehört dazu. Der Anteil erfolgreicher Ergänzungen liegt dennoch deutlich über dem einer Kaltansprache, weil die inhaltliche Hürde bereits genommen ist. Selbst bei einer Absage bleibt die Erwähnung bestehen und wirkt für Ihre Bekanntheit weiter.
Ein zweiter Nutzen entsteht nebenbei. Die Suche nach Nennungen zeigt, welche Themen mit Ihrem Namen verbunden werden und welche Veröffentlichungen sich für Ihr Fachgebiet interessieren. Daraus ergeben sich Ansatzpunkte für spätere Beiträge, die sich mit dem Content Seeding verbinden lassen.
Wenn die Redaktion ablehnt
Manche Häuser verlinken aus Grundsatz sparsam, andere verlangen für einen Verweis eine Zahlung. Im zweiten Fall handelt es sich um einen gekauften Link, der nach den Richtlinien von Google eine Kennzeichnung braucht; welche Regeln dabei gelten, behandelt der Ratgeber zum Thema Backlinks kaufen. Wie gekennzeichnete Beiträge in redaktionellem Umfeld aussehen, zeigen unsere Artikelplätze.
Bleibt es bei der Absage, endet der Vorgang ohne Schaden. Die Erwähnung steht weiterhin im Text und wirkt für Ihre Bekanntheit, und der Kontakt zur Redaktion ist geknüpft. Für einen späteren Fachbeitrag oder eine Anfrage zu einem anderen Thema ist damit bereits eine Grundlage gelegt.
Erwähnungen in der KI-Suche
Der Wert einer bloßen Nennung hat mit den KI-Antworten eine neue Bedeutung bekommen. Sprachmodelle verarbeiten Text und greifen dabei auf, was über ein Unternehmen geschrieben steht, unabhängig von der Verlinkung. Wie sich der Linkaufbau darauf einstellt, führt der Beitrag zu KI-Suche und Linkbuilding aus.
Fazit
Unverlinkte Erwähnungen sind kein Ersatz für Backlinks, denn Google zählt sie nach eigenen Angaben nicht zur Verweisstruktur. Als Anlass für eine Anfrage sind sie dennoch unübertroffen, weil die redaktionelle Entscheidung für Ihr Unternehmen bereits gefallen ist und allein der Verweis fehlt.
Ein Google Alert auf den Firmennamen ist kostenfrei und liefert laufend neue Fälle, während sich der Bestand über Suchoperatoren erschließt. Für die Sichtbarkeit in KI-Antworten trägt die Nennung darüber hinaus einen eigenen Wert, der über das hinausgeht, was ein Linkprofil abbildet.